Darmchirurgie, Darmkrebs, Divertikulitis
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Bei den Erkrankungen des Dickdarmes muss man zwischen den beiden größten Erkrankungsgruppen unterscheiden:
den gutartigen (benignen) Erkrankungen wie der Divertikulose und der Divertikulitis sowie den bösartigen Erkrankungen wie dem Kolonkarzinom und dem Rektumkarzinom, die der Einfachheit halber oft auch nur als Darmkrebs bezeichnet werden.
Bei der gutartigen Divertikulose handelt es sich um etwa erbsengroße Ausstülpungen der Dickdarmwand. In diese können sich Stuhlreste ansammeln und zur Entzündung, einer Divertikulitis, führen. Die Symptome dafür sind üblicherweise Schmerzen hauptsächlich im linken Unterbauch und Stuhlverstopfung. Die Dickdarmdivertikulose tritt in erster Linie im s-förmigen Dickdarm (Sigma) auf. In den meisten Fällen ist eine konservative Therapie (Infusionen, Antibiotika) zielführend.

Aufbau des Darms
In anderen Fällen, insbesondere bei Komplikation wie Perforation, also Durchbruch der Darmwand mit Bauchfellentzündung oder Blutung, ist ein operatives Vorgehen notwendig. Ebenso bei Darmverengung (Stenose) sowie beim Wiederauftreten der Symptome, einer rezidivierende Divertikulitis also. In der Regel genügt eine chirurgische Entfernung des befallenen Darmabschnittes (Sigmaresektion). Bei Darmdurchbruch und Peritonitis (Bauchfellentzündung) ist oft ein künstlicher Darmausgang notwendig. In den meisten Fällen von Sigmadivertikulitis kann die laparoskopische Operation angewendet werden. Die Divertikulitis stellt an sich ein sehr häufiges und gutartiges Leiden dar. Treten aber oben genannte Komplikationen auf, dann besteht mitunter Lebensgefahr!
Darmkrebs
Das kolorektale Karzinom ist die zweithäufigste Malignomtodesursache, sowohl bei Männern, als auch bei Frauen. Die Entstehung dieser Erkrankung hängt mit ungesunden Ernährungsgewohnheiten der Zivilisationsgesellschaft zusammen, etwa mit einem hohen Fettgehalt oder einem geringen Ballaststoffgehalt. Bei 10 % der Darmkrebsfälle liegt eine genetische Vererbung vor.
Am wichtigsten ist die Vorsorgekoloskopie (Darmspiegelung). Diese sollte ab dem 50. Lebensjahr als Prophylaxe alle 5-10 Jahre durchgeführt werden. Doch auch wenn Sie noch jünger sind, sollten Sie bei geringstem Verdacht, etwa bei Blut im Stuhl oder einer Änderung der Stuhlgewohnheiten, eine Darmspiegelung (Koloskopie) durchführen lassen. Mit der Koloskopie können Karzinomvorstufen, sogenannte Polypen, entfernt werden. Dies reduziert die Häufigkeit des Darmkrebses maßgeblich und halbiert nachweislich die Sterblichkeitsrate. Polypen zeigen sich durch Blutungen; daher können sie auch durch den Stuhluntersuchungstest auf Blut (Hämoccult-Test) festgestellt werden. Risikofaktoren für das Entstehen eines Kolonkarzinoms sind Colitis ulcerosa sowie familiär bedingte Polyperkrankungen.

Aufbau des Darms
Ergänzende Untersuchungen sind beim gesicherten Karzinom notwendig, um das Stadium der Erkrankung abzuschätzen und um den Einsatz multimodaler Therapiekonzepte (Radiotherapie, Chemotherapie) bei fortgeschrittener Erkrankung mit dem Ziel, die Chancen für eine kurative Operation zu verbessern:
- Computertomographie von Abdomen und Thorax, zur Evaluierung der Metastasenfreiheit (Staging). Bei unklarem Befund ist ein ergänzendes MRT der Leber sinnvoll.
- Bestimmung von Tumormarkern (CEA, CA 19-9, bei Metastasierung auch RAS-Status)
- MRT des Beckens: beim Rektumkarzinom, zur Abschätzung der lokalen Ausbreitung und des Befalls lokaler Lymphknoten (Staging)
- Endorektalsonographie: gleiche Indikation wie MRT, allerdings weniger aussagekräftig im oberen Rektumdrittel, jedoch besser bei z.B. Hüftprothesen, da diese die Beurteilbarkeit eines MRTs einschränken können
Grundsätzlich ist die radikale chirurgische Resektion die einzige kurative Therapie des kolorektalen Karzinoms. Die kurative Resektion erfordert einerseits die komplette Entfernung des Tumors in toto – eventuell unter Mitentfernung adhärenter Organe (sog. multiviszerale Resektion) – ohne Eröffnung desselben, andererseits die Unterbindung des Lymphabflussstromes durch en-bloc-Lymphknotenentfernung und abgangsnahes Absetzen der Gefäße in no-touch-Technik mit vorerst Ligatur der Gefäße (und evtl. Ligatur des Darmes distal und proximal des Tumors) und im Anschluss Darmresektion, um eine Aussaat zu verhindern. Aber auch bei vor dem Eingriff bestehender Aussaat des Tumors in andere Organe oder in die Lymphknoten werden heute neue Therapien angewandt, die teilweise bereits vor der Operation zu Chemotherapie und/oder Bestrahlungstherapie führen. Ab Stadium III sollte postoperativ in jedem Fall eine Chemotherapie verabreicht werden. Alle Patienten und deren Befunde werden von mir immer mit meinen Partnern aus Onkologie, Radiologie, Pathologie, Anästhesie und Innerer Medizin im sogenannten „interdisziplinären Tumorboard“ besprochen, und eine gemeinsame Therapiestrategie, die den aktuellen Ergebnissen der Wissenschaft und Forschung entspricht, wird festgelegt. Selbstverständlich begleite ich Sie dann auch auf dem „nicht-chirurgischen“ Teil Ihrer Therapie und stehe Ihnen als Ihr „Case-Manager“ als Ansprechpartner zur Verfügung.
Die Bösartigkeit von Krebserkrankungen zeigt sich leider im Wiederauftreten der Erkrankung. Daher ist eine regelmäßige Kontrolle nach einem Nachsorge-Schema – alle 3 Monate im ersten Jahr – notwendig. Dabei werden Blutproben entnommen, Ultraschalluntersuchungen durchgeführt und Koloskopien durchgeführt. Die 5-Jahres-Überlebensrate kann durch ein entsprechendes Nachsorgeprogramm auf bis zu 100 % verbessert werden. Die Nachsorgeuntersuchungen und Intervalle erfolgen nach internationalen Kriterien.
Häufig gestellte Fragen:
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Die Symptome von Darmkrebs können sehr unterschiedlich sein, und zumindest zu Beginn der Erkrankung fehlen Beschwerden fast vollständig. Typische Symptome umfassen Blut im Stuhl, Blutarmut, Verstopfungen (sog. Bleistiftstühle) sowie sogenannte paradoxe Durchfälle (d. h. Verstopfung und Durchfall im häufigen Wechsel).
Am wichtigsten ist daher die Vorsorgekoloskopie (Darmspiegelung). Diese sollte ab dem 50. Lebensjahr als Prophylaxe alle 5-10 Jahre durchgeführt werden. Doch auch wenn Sie noch jünger sind, sollten Sie bei geringstem Verdacht, etwa bei Blut im Stuhl oder einer Änderung der Stuhlgewohnheiten, eine Darmspiegelung (Koloskopie) durchführen lassen. Mit der Koloskopie können Karzinomvorstufen, sogenannte Polypen, entfernt werden. Dies reduziert die Häufigkeit des Darmkrebses maßgeblich und halbiert nachweislich die Sterblichkeitsrate. Polypen zeigen sich durch Blutungen; daher können sie auch durch den Stuhluntersuchungstest auf Blut (Hämoccult-Test) festgestellt werden. Risikofaktoren für das Entstehen eines Kolonkarzinoms sind Colitis ulcerosa sowie familiär bedingte Polyperkrankungen.
Heutzutage sind die Überlebenschancen bei Darmkrebs sehr gut. In frühen Stadien betragen die Heilungsraten bis zu 100%. Dafür ist es jedoch notwendig, den Tumor so früh wie möglich zu erkennen. Das wichtigste Instrument dabei ist die Vorsorgekoloskopie. Diese sollte ab dem 50. Lebensjahr durchgeführt werden, bei positiver Familienanamnese oder bei Beschwerden jedoch auch früher.
Divertikel sind Ausstülpungen der Darmschleimhaut durch die Darmwand. Diese entstehen im Laufe der Zeit vor allem durch starkes Pressen beim Stuhlgang. Diese Ausstülpungen können sich dann entzünden. Dann spricht man von Divertikulitis.
Die Schmerzen im Rahmen einer Divertikulitis treten vor allem im linken Unterbauch auf, da zumeist das Colon sigmoideum betroffen ist. Je nach Ausprägung der Entzündung reicht das Schmerzspektrum von leichtem Ziehen bis hin zu starken Beschwerden bei einer massiven Entzündung oder einer Perforation. Dann ist meist auch eine Notoperation erforderlich.
Die Behandlung der Divertikulitis erfolgt in den meisten Fällen primär antibiotisch, mittels Tabletten, bzw. in schwereren Fällen auch intravenös. Akutoperationen werden nur bei Dickdarmperforationen durchgeführt. Für eine endgültige Behandlung der Divertikelerkrankung ist häufig die Entfernung des betroffenen Dickdarmabschnitts erforderlich. Dies kann fast immer laparoskopisch erfolgen.